Rabat ist nicht nur die die Hauptstadt Marokkos, sie ist auch eine der vier Königstädte des Landes. Ihre Geschichte beginnt im 3. Jahrhundert vor Christus als kleine punische Siedlung. Der Ort hieß damals Chellah und lag am Ufer der Oued Bou Regreg. Im Jahre 40 wurde er von den Römern übernommen. Sie romanisierten die Siedlung und nannten sie Sala Colonia. 250 ging die römische Stadt verloren und wurde ab nun von den Berbern beherrscht. Im 10. Jahrhundert wurde in Sala eine Klosterburg, ein „Ribat“ errichtet, was der heutigen Stadt ihren Namen gab. Dieser Ribat stand einst dort, wo sich die heutige Kasbah ausbreitet. Im 11. Jahrhundert schließlich wurde gegenüber Sale gegründet. 1146 eroberten die Almohaden die Stadt. Abd al-Mu’min ließ Sale zerstören und Rabat wurde zu einer großen Festung ausgebaut, die heutige Kasbah des Oudaia.

Seit 1956 ist Rabat die Hauptstadt Marokkos mit dem Regierungssitz des Königs und gleichzeitig der Hauptort der Region Rabat-Sale-Kenitra. Sie gliedert sich landeinwärts entlang des Flussufers von der Kasbah des Oudaias über die Medina bis zur französischen Ville Nouvelle. Letztere wurde planmäßig angelegt mit dem Bahnhof Rabat Ville im Zenrum. Zur Ville Nouvelle gehört ein zentrales Villenviertel mit einigen Botschaften in der Nähe des Hassan Turms. Die französische Neustadt endet am Boulevard er Rahba, bei der ersten Flussbrücke.
Südwärts vom Bahnhof führt die Avenue John Kennedy (auch Avenue Mohammed VI) ins Zentrum des ausgedehnten Botschaftsviertels Souissi, in dem sich zweigeschossige Villen in einer ruhigen Gartenstadt hinter hohen Hecken verbergen. Entlang der Küste nach Südwesten folgen nach der Kasbah und einem großen Friedhof die gepflegten Mittelklassewohnviertel Océan und Les Orangers, sowie weiter entlang an der Küste die beliebten Wohngebiete Akkari, Yacoub El Mansour, Massira und Hay el Fath.



Sehenswertes in Rabat
Die Medina ist an drei Seiten von der 1197 fertiggestellten almohadischen Mauer umgeben. Die 5250 Meter lange Wehranlage führt über die Medina hinaus um einen großen Teil der Neustadt im Westen und Süden, wo sie das Gartengelände des Königspalasts umschließt. Das wesentlich kleinere Gebiet der mittelalterlichen Medina wird gegen die französische Neustadt durch die Andalusier-Mauer aus dem 17. Jahrhundert abgegrenzt. Die ehemalige Mellah (Judenviertel) lag am Flussufer innerhalb der Andalusier-Mauer. An der Rue Souika parallel zur Mauer liegt die Große Moschee aus der Zeit des 14. Jahrhunderts, die allerdings nicht original erhalten ist (1882 und 1939 umgebaut).
Vier Tore führen von der Neustadt durch die Andalusier-Mauer in den Suq, der den größten Teil der Medina ausmacht. Ein Hauptzugang führt von der Neustadt entlang der Avenue Mohammed V quer durch die Altstadt und endet am innerhalb der Stadtmauer gelegenen Friedhof mit Ausblick aufs Meer. Auf der Westseite ist das Bab el Had sehenswert.

Die Kasbah des Oudaias grenzt an den Friedhof an. Ihren Zugang, das repräsentative Bab el Oudaia erreicht man vom Place Souk el Ghezel. Die weiß verputzten Häuser in den verwinkelten Fußgängergassen dahinter sind sorgfältig restauriert. Hier befindet sich eine begehrte und teure Wohngegend. Innerhalb der Kasbah liegt die Jama al Atiq, die älteste Moschee der Stadt aus dem 12.Jahrhundert (im 18. Jahrhundert restauriert). Unterhalb des Eingangstors zur Kasbah verbirgt sich hinter einer Vormauer, mit der 1666 bis 1672 die Kasbah um einen Palast in einer Gartenanlage erweitert wurde, das Musée des Oudaias, in dem Kunsthandwerk ausgestellt ist. Der „Andalusische Garten“ wurde erst in der französischen Kolonialzeit angelegt.



Das Andalusische Viertel entstand als Mauren aus Spanien, aufgrund des Alhambra Edikts, das die Ausübung des Islamischen Glaubens verbot, auswanderten. Sie kamen nach Rabat und Sale. Zwischen 16.und 17.Jahrhundert erreichten sie in mehreren Wellen Marokko. Diese Morisken errichteten in der Kasbah des Oudaias das heute noch existierende andalusische Viertel. Die typischen blau-weiß gestrichenen Häuser und die Schmiedeeisenarbeiten an den Fenstern haben diese Einwanderer aus Spanien mitgebracht. Ein Grund warum sie in einem eigenen Viertel siedelten waren ihre Gewohnheiten, die sie aus Spanien mitbrachten und die sich von jenen der ansässigen Berber unterschieden.

Ville Nouvelle, der Königspalastalast, das Mausoleum und der Hassan Turm
Ville Nouvelle ist eine großzügige koloniale Neustadt mit prächtigen Wohnblocks. Parallel zur Andalusier-Mauer verläuft der Boulevard Hassan II, der von der nach Süden führenden Avenue Mohammed V gekreuzt wird. An dieser Hauptgeschäftsstraße der französischen Neustadt liegen zahlreiche Hotels, Banken, die Hauptpost und im Süden der Bahnhof Rabat Ville. Die ältesten Gebäude wurden im Art Deco Stil in den 1920er Jahren errichtet. Im Süden bildet die Große Moschee Es Sunna (Anfang 20. Jahrhundert) den Abschluss des Geschäftsviertels. Auf der anderen Seite der Moschee führt die Straße an der Außenmauer des Regierungsviertels weiter nach Süden. Mit dem Bau des Königspalastes wurde 1864 begonnen.
Der Hassan Turm ist das Wahrzeichen von Rabat. Vom Bahnhof führt eine Straße an der schneeweißen riesigen Kathedrale Saint-Pierre (1921) vorbei bis in die Nähe des Bou-Regreg zum Hassan-Turm. Er ist nach al-Hasan ibn Ali, den Enkel des Propheten benannt. Sein Name bedeutet aber auch „Schönheit“ (hassane). Der heute freistehende Turm (44 Meter) ist das unvollendete Minarett der Großen Moschee die der Almohadenkalif Yaqub al-Mansur 1191 errichten ließ. Das Erdbeben von Lissabon (1755) zerstörte den Gebetssaal. Nur Reste sind von dem 183×139 Meter großen Gebäude erhalten geblieben. Von den 312 Säulen und 112 Pfeilern aus Marmor sind nur Stümpfe erhalten.

Das Mausoleum von Mohammed V. befindet sich am anderen Ende der großen Terrasse. Es wurde zwischen 1961 und 1967 aus weißem Marmor errichtet. Der in den Boden eingetiefte Grabraum des Gebäudes kann von einer umlaufenden Galerie besichtigt werden. Neben Mohammed V. befinden sich hier auch die Kenotaphe König Hassans II. und des 1983 verstorbenen Prinzen Mulai Abdallah, einem Bruder von Hassan II.
Das Bab er Rouah, das Tor des Windes erreicht man über die Avenue Moulay Hassan. Es liegt am Rand des Regierungsviertels. Dieser aus Stein gemauerte monumentale Torbau und der aus derselben Zeit stammende Eingang zur Kasbah stellen die beiden schönsten Portale in der Lehmmauer dar. Das Gebäude besitzt zwei Flankentürme und mehrere quadratische, mit Kuppeln überwölbte Nebenräume. Darin ist heute die gleichnamige städtische Kunstgalerie untergebracht.

Chellah – die merinidische Totenstadt
Nach den Almohaden kamen andere Herrscherdynastien wie die Meriniden, die Rabat und Salé vernachlässigten. In Chellah erbauten die Mereniden neben den römischen Überresten ihre Totenstadt. Chellah steht teils auf den Grundmauern der römischen Ansiedlung Colonia Sala. Ein Fußweg führt durch einen Park mit Büschen und Bäumen einen Hügel hinunter bis zu den 1930 freigelegten Resten der römischen Siedlung Sala Colonia. Die wenigen erhaltenen Steinreihen von Wohnhäusern und Handelsgeschäften lassen den Decumanus erkennen. Er war die Hauptachse der Stadt und führte zum nicht mehr erhaltenen Hafen.
Daneben befindet sich die ab dem Ende des 13. Jahrhunderts eingerichtete Totenstadt Chellah in der merenidische Sultane und islamische Heilige begraben liegen. Der Grabbau des 1351 verstorbenen Sultans Abu l-Hasan ist am besten erhalten. Dort liegt auch Sams ad-Dauha (1330–1380) begraben, eine der Frauen des Sultans, die eine englische oder schottische Prinzessin gewesen sein soll. In der Nähe steht ein gut erhaltenes Minarett mit Rautenmustern und Resten von Mosaikfliesen, das zu einer Moschee mit angrenzender Madrasa gehörte. Angelegt hat man die Nekropole an einer heiligen Quelle. Es gibt noch ein von der Quelle gespeistes Becken in dem Aale leben, sie helfen angblich bem Kinder kriegen.



Rabat im Laufe der Zeit
Die Phönizier hatten vermutlich bereits im 8.Jahrhunder vor Christus einen kleinen Handelsposten am Bou Regreg. Sicher ist, dass die Karthager hier im 3.Jahrhundert vor Christus einen Hafen und eine kleine Siedlung namens Sala errichteten. Dieser Siedlung wurde während der Herrschaft des römischen Kaisers Claudius (41 – 54 n. Chr.) erobert. Trajan (98 – 117 n. Chr.) verlieh ihr erste Stadtrechte und nannte sie Colonia Sala. Es war damals die südlichste Stadt der mauretanischen Provinz, deren Grenze etwa auf einer Linie bis Meknès verlief und Volubilis einschloss. Die Grundmauern der römischen Siedlung sind innerhalb der ummauerten mittelalterlichen Nekropole Chellah am Ostrand des heutigen Stadtzentrums erhalten. Bis zur Ankunft der arabischen Fatimiden scheint es allerdings keine durchgängige Besiedelung gegeben zu haben.
Berber und und die Ankunft des Islam
im 10.Jahrhundert errichteten die Banu Ifran, ein Berberstamm der zu den Zanata Berbern gehört, eine erste Festung – einen Ribat. Hier sitzt heute die Kasbah am Felsen. Stammeskriege waren damals Normalität. Die Banu Ifran lagen im Streit mit den Bargawata. Der Ribat fungierte als Grenzfestung, denn das Berbereich der Bargawata dehnte sich von Safi entlang der Atlantikküste bis zum Bou Regreg aus. Am gegenüberliegenden nördlichen Ufer bestand zu der Zeit bereits ein von den Banu Ifran bewohnter Ort namens Salā. Die Almoraviden (1061–1147) „befriedeten“ die Region und setzten den sunnitischen Islam durch.



Die Almohaden
Während der Herrschaft des ersten Almohaden-Kalifen Abd al-Mu’min (1147 – 1163) wurde der Ribat ab 1150 zu einer Wohnburg mit ummauerter Stadt (der heutigen Kasbah des Oudaïas) erweitert. Die frühe islamische Siedlung hatte al-Mahdiya geheißen. Die Almohaden benannten sie nach ihrem Gründer Mahdiyat Ibn Tumart. Abdallāh Muḥammad ibn Tūmart wurde um 1077 im Antiatlas geboren und starb 1130 in Tinmal. Er war ein Berber und ein islamischer Reformator. der sich als „Mahdi“ bezeichnete. Er gründete die Bewegung der Almohaden. Er gehörte zum Hargha Stamm der Masmuda, die im Antiatlas zu Hause sind. 1106 studierte er ein Jahr in Cordoba. Dann reiste er über Almeria, Alexandria und Mekka nach Bagdad. Hier studierte er weitere sieben Jahre. Abd al-Mu’min ist sein Nachfolger.
Von Rabat aus planten und realisierten die Almohaden die Eroberung von Al Andalus, der Iberischen Halbinsel. Unterhalb des Burghügels legten die strenggläubigen Kämpfer (Kriegermönche) ein Zeltlager an, wo sie sich vor der Überfahrt zur Iberischen Halbinsel versammelten. Yaʿqūb al-Mansūr (1184 – 1199) plante, aus Rabat die Hauptstadt zu machen, da es strategisch günstiger lag als Marrakech. Al-Mansur war es auch der die Umfassungsmauern errichten ließ. Zu seinen Leistungen gehört zudem die Anlage der Großen Moschee inklusive Hassan Turm. Sein Nachfolger verlegte die Hauptstadt wieder nach Marrakech.



Die Meriniden und der Verfall von Rabat
Die nächste Dynastie die Marokko beherrschte waren die Mereniden. Ab dem 13.Jahrhunder bestanden des Bou Regreg die Stadt Sale am nördlichen Ufer und die Kasbah des Oudaias im Süden am Meer. Dahinter lag die beinahe verlassene Stadtanlage von al-Mansur. Von Nordosten kommend eroberten die Mereniden ab der Mitte des 13.Jahrhunderts das Almohadenreich. 1251 dehnten sie ihre Kontrolle bis an den Bou-Regreg aus und besetzten Salé. Für Rabat interessierten sie sich nicht. Sie errichteten aber gegen Ende des 13. Jahrhunderts nahe der ehemaligen römischen Siedlung, etwa 300 Meter weiter östlich der almohadischen Stadtmauer, die königliche Nekropole Chellah.
Ab dem 14.Jahrhunder konzentrierte sich das wirtschaftliche Leben auf den Seehafen der Nachbarstadt Sale. Der arabische Reisende Leo Africanus kam im Jahr 1500 nach Rabat und berichtete, dass es nur noch rund 100 bewohne Häuser gab.



Die vertriebenen Mauren aus Andalusien beleben Rabat wieder
Rabat erholte sich erst, als spanische Mauren, die nach dem Fall von Granada von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden, sich hier niederließen. Die Sitten und Gewohnheiten in Andalusien waren andere und so blieben die „Andalusier von Rabat und Sale unter sich. Die meisten Andalusier kamen als auch die Konvertiten von den christlichen Spaniern immer mehr diskriminiert wurden. So wanderten sie in Massen zwischen 1609 und 1614 in Marokko ein. Sie errichteten in der Kasbah des Oudaïas das noch heute existierende andalusische Viertel mit den typischen in blau-weiß gestrichenen Häusern, den schönen Fenstern und den künstlerisch gestalteten Türen.
Durch wirtschaftliche Krisen und politische Unruhen im 19. Jahrhundert verarmten die Einwohner von Sale. Während sich der Seehandel mit Europa und damit das gesamte Geschäftsleben, das um den Frachthafen und die Zollgebäude entstanden war auf Rabat konzentrierte, blieb für sie nicht viel übrig. Die Herrschaft der Sultane war instabil was später zum französischen Protektorat führte.



Die Piratenrepublik Bou Regreg
Die von Spanien vertrieben Mauren (Muslime) und Morisken (Konvertiten) wollten sich an Spanien rächen. Sie kämpften in der 1627 gegründeten Piratenrepublik Bou Regreg. Beide Städte, Sale und Rabat wurden zum Zentrum einer gut organisierten Piraterie. In Marokko herrschte zu dieser Zeit die Saadier Dynastie aber die Piraten von Bou Regreg waren militärisch stark genug um autonom zu bleiben. Beiderseits des Flusses waren die Aufgaben verschieden: Der Hafen und die Schiffswerft lagen in Sale, von dort gingen die meisten Handelsaktivitäten und die Piraterie aus. Rabat, das zu dieser Zeit S’lah Dschedid („Neu-Sale“) genannt wurde, übernahm mit der Kasbah und der Medina politische und militärische Kontrollfunktionen.
Zwischen den beiden Nachbarstädten kam es in den folgenden Jahren mehrfach zu Kämpfen, die mit Kanonenfeuer über den Fluss ausgetragen wurden. Da die Piraterie den Handel störte griffen auch die Europäer ein. 1637 beendete eine englische Flotte die Belagerung der Andalusier von Salé. Nach einem Gegenangriff auf Rabat im selben Jahr suchten die Andalusier die Unterstützung von Muhammad al-Hajj, einem Sufi-Anführer, dessen Großvater die Dila-Bruderschaft gegründet hatte, der bedeutendsten Oppositionsbewegung gegen die Saadier.



1641 eroberten die Dilaiyyas den Hafen Salé. Muhammad al-Hajj konnte ihn bis 1651 halten. Danach übernahm sein in der Kasbah residierender Sohn Abdullah die Herrschaft über den Stadtstaat. 1660 belagerten die Andalusier die Kasbah, bis ein Jahr später Abdullah seine Stellung aufgab. Die autonome Republik bestand bis 1668, als der erste alawidische Sultan Mulai ar-Raschid die Stadt einnahm und der Zentralgewalt unterstellte.
Die Piratenüberfälle gegen Handelsschiffe gingen weiter bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Daher wurde die Stadt mehrmals von englische und französischen Kriegsschiffe beschossen. Nach dem Tod von Mulai Ismael, der von 1672–1727regierte, brachen im Land Unruhen aus, welche die Einheitsherrschaft des Makhzen beendeten. Zwischen Salé und Rabat gab es erneut Gefechte, da beide Städte einen anderen Sohn Ismails im Thronfolgekrieg unterstützten. Beendet wurde das Piratenproblem erst 1829, als die Marine der Österreichischen Monarchie sich für den Verlust eines Handelsschiffes rächte und sämtliche marokkanischen Küstenstädte unter Feuer nahm.



Das französische Protektorat
Das französische Protektorat war eine Folge der politischen Instabilität Marokkos. In der Konferenz von Algeciras (1906) wurde die Souveränität des Sultans zwar formell anerkannt aber einige marokkanische Hafenstädte (inklusive Rabat) wurden ab nun von der französischen Polizei kontrolliert. 1907 rebellierte Mulai Abd al-Hafiz mit Unterstützung einiger Berberstämme gegen seinen regierenden Bruder Abd al-Aziz. Dieser flüchtete nach Rabat und bat die Franzosen um Hilfe. Im Juli 1908 besiegte er mit Hilfe der Franzosen die Truppen seines rebellischen Bruder. Er wurde von den Franzosen zum Sultan ernannt. Auch wenn er die Europäer (aus religiösen Gründen) nicht ausstehen konnte, wurde er doch ihre Marionette.
Es war schließlich Al-Hafiz, der am 30.März 1912 in Fes den Protektoratsvertrag mit Frankreich unterzeichnete. Die Franzosen entschieden sich für Rabat als Verwaltungshauptstadt Französisch-Marokkos. Daher hat Rabat eine starke französiche Prägung. Bis zum Ende der Protekotoratszeit (1956) wurde die Stadt neu ausgebaut. Glücklicherweise ließen die Franzosen aber die Altstadt und die Kasbah unberührt. Ville Nouvelle wurde im Art Deco Stil vom Stadtplaner Henri Prost aufgebaut. Der 1920 präsentierte Entwurf für Rabat sah nach dem üblichen französischen Muster die Trennung der europäischen Viertel von den traditionellen Stadtteilen vor. Offizielle wurde das damit begründet, dass man den authentischen Charakter der Altstadt bewahren wolle.



In der Praxis entstand eine Trennung der Gesellschaft. Es gab nun die von den Europäern und der einheimischen Oberschicht bewohnten neuen Viertel und die anderen. In der Altstadt (Medina und Kasbah) blieben die ärmeren Schichten zurück. Diese Stadtplanung blieb bis 1947. Als Konsequenz dieser Trennung entstanden bereits um 1920 die ersten Bidonvilles (Slums), in denen um 1947 bereits über 25.000 Einwohner lebten. In der Altstadt verdoppelte sich die Bevölkerungsdichte bis Ende der 1940er Jahre. Nach der Unabhängigkeit blieb Rabat die Hauptstadt Marokkos. Der Sultanspalast, der bis dahin eher symbolische Funktion hatte wurde zum neuen Machtzentrum. Heute residiert der jeweilige König Marokkos dort und übt von hier die Macht aus.

