Nouruz ist das persische Neujahr und es fällt ziemlich genau mit dem Frühlingsbeginn zusammen. Nouruz bedeutet soviel wie neuer Tag. „Ruz“ hat alte Wurzeln, denn es lässt sich von „Rauca“ ableiten und dieser Begriff geht auf das Wort „Leuk“ zurück. Letzteres wird in Altgriechisch als Bezeichnung für Licht – „Leukos“, verwendet. Die Römer machten daraus „Lux“ und wir sagen schließlich Licht dazu. Damit bezieht sich Nouruz auf die längere werdenden Tage, die der Frühling mit sich bringt. Es ist eines der ältesten Feste der Welt und Millionen Menschen feiern es jedes Jahr. Das Datum variiert jedes Jahr, da Nouruz mit der Tag- und Nachtgleiche und dementsprechend mit dem Frühlingsbeginn zwischen dem 19. und 21. März zusammen fällt. 2021 begann am Samstag, den 20.03.2021 um 13:07:28 Ortszeit in Teheran das Neue Jahr. In Albanien dagegen ist erst am Montag, den 22.3.2021 Neujahr.

Yazd, Iran FOTO: rosareisen

Wo wird „Nouruz“, der „Neue Tag“ gefeiert?

Gefeiert wird Nouruz im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien, am Westbalkan, im Kaukasus und rund um das Schwarze Meer. Ein offizieller Feiertag ist es in Afghanistan, Albanien, Aserbaidschan, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Mazedonien, Tadschikistan, Türkei und Turkmenistan. Bei den Parsen in Indien heißt dieser Tag daher immer noch Dschamschēd-i Nawrōz. Weltweit feiern geschätzte 300 Millionen Menschen dieses Fest. 2009 hat die UNO den Nowruz-Tag in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Iran FOTO: rosareisen

Wie wird Nouruz gefeiert?

Bevor die eigentlichen Feierlichkeiten losgehen ist Frühlingsputz angesagt. Am Abend des letzten Dienstags im Jahr versammeln sich die Menschen auf der Straße und zünden kleine Feuer an und während sie über das Feuer springen, sagen sie: „Das Rot des Feuers ist meines, meine Blässe deines“. Damit verbinden sie den Wunsch von ihren Leiden und Krankheiten befreit zu werden. Dieses Fest wird als „Tscharschanbe Suri“ (das Fest zum Mittwoch) bezeichnet. Das Feuer ist ein zoroastrisches Symbol, es soll das Alte und das Schlechte verbrennen und es soll neue Energie schenken. Haft Sin, die sieben „S“ sind ein „Muss“ für den Festtisch. „Sabze“ (Grün) ist ein Topf Weizengras, „Sir“ ist Knoblauch, „Sib“ sind Äpfel und „Samanak“ ist ein Weizengericht. Außerdem werden Schalen mit Serkeh (Essig), Sumak (ein Gewürz) und Sensched (Mehlbeeren), aufgestellt. Die Gaben sollen Gesundheit, Freude, Wohlstand, Liebe und alles Gute bringen.

Auch die Deko darf nicht fehlen

Sonbol, die Hyazinten stehen für Freundschaft, Sekeh, das sind Münzen symbolisieren den Wohlstand, Aiineh, der Spiegel ist Sinnbild der Reinheit und Ehrlichkeit, Sham, die Kerze ist das Feuer und Tokhm morgh rangi, das bemalte Ei ist ein Symbol der Fruchtbarkeit. Originell ist Mahi ghermez, das ist ein Goldfisch im Glas der für Glück steht. Das Ketab, das Buch, Symbol der Weisheit rundet die Dekoration der Festtagstafel ab.

Das Ende vom Fest

Sizdah Bedar ist der dreizehnte Tag des neuen Jahres, er markiert schließlich das Ende der Feierlichkeiten. Die Perser verbringen den Tag draußen, sie machen einen Ausflug inklusive Picknick. Die Menschen verlassen das Haus, weil an diesem Tag böse Geister die Häuser besuchen. Spiele und viel gutes Essen runden den Tag ab.

Der Iran in Bildern

Kommentar verfassen