Salalah ist heute eine moderne Stadt mit etwa 375.000 Menschen in und um Salalah. Es ist ein beliebter Badeort geworden. Als Wilfred Thesiger den Ort 1945 besuchte, war das ganz anders. Er beschreibt Salalah als kleine Stadt, kaum größer als ein Dorf und ohne Hafen. Das einzige auffällige Gebäude der strahlend weiße Sultanspalast, direkt über einem ärmlichen Souq gelegen. Die Stadt ist vom Meer auf der einen und von hohen Bergketten auf der anderen Seite begrenzt Die Grenze zum Jemen ist nicht weit. Das alte Salalah lag an der Weihrauchstraße, den alten Hafen gibt es noch, Al-Baleed ist jetzt eine Ruine mit Museum und UNESCO Weltkulturerbe.


Der alte Weihrauchhafen des Dhofar – Al Baleed
Der Weihrauchhafen und die Siedlungsreste von Al_Baleed sind der älteste Teil von Salalah, der archäologische Park und das angeschlossene Museum sind sehenswert. Die ersten Ausgrabungen fanden in den 1980er Jahren unter Paolo Costa statt. Er fand vor allem Spuren aus der islamischen Zeit. Die sichtbaren Ruinen sind aus dem 10.Jahrhundert und waren eine sehr große Moschee mit 144 Säulen. Man hat auch Reste einer Palastanlage, einer Brücke, diverser Wohnhäuser, kleinerer Moscheen und einer Stadtmauer gefunden. Aber man fand auch Tonscherben aus römischer Zeit. Gegründet wurde der Hafen aber viel früher, etwa 1000 vor Christus zur Zeit des sabäischen Reiches.

Im Jemen haben sich, im Gegensatz zum Oman, Reste des sabäischen Reiches erhalten. Die omanische Region Dhofar war das Produktionsgebiet für Weihrauch aber die großen Reiche die aufgrund des Handels mit Weihrauch entstanden sind, lagen im Gebiet des heutigen Jemen. Das sabäische Reich war die wichtigste Drehscheibe für den Weihrqauchhandel. Das Reich Saba (inklusive Reich Himjar) existierte von 1000v.Chr. bis 400n. Chr. mit der Hauptstadt Marib im Hadramaut. Um die immer größer werdende Bevölkerung zu füttern wurde im 6. oder 4. Jahrhundert v. Chr. der berühmte Staudamm von Marib errichtet.

So große Bauprojekte wurden im Gebiet des heutigen Oman nie umgesetzt, vor allem nicht in der Frühzeit des Weihrauchhandels. Al-Baleed war ein Ausfuhrhafen, vielleicht der wichtigste Ausfuhrhafen des Dhofar in der Zeit des sabäischen Reiches aber er war keine große Residenzstadt analog zu Marib. Die archäologische Evidenz in Al-Baleed geht auch nicht 3000 Jahre zurück, die bislang ältesten Funde sind Keramiken aus römischer Zeit. Ibn Battuta lobt im 14.Jahrhundert die Pracht von Al-Baleed, er spricht von einer großartigen und schönen Stadt mit einem guten Hafen. Er berichtet von dem Handel mit Pferden und Weihrauch. Er spricht aber nicht von einer Residenz sondern von einer Handelsstadt.

Das moderne Salalah ist keine hässliche Stadt, die Sultan Qaboos Moschee ist sehenswert und darf auch von Nicht-Muslimen besucht werden. Sie ist jener in Muscat sehr ähnlich, auch sie hat eine sehr großen Kronleuchter. Salalah ist keine unbedeutende Stadt, immerhin ist sie die Hauptstadt des Gouvernements Dhofar und von 1932 bis 1970 war sie sogar Hauptstadt des Oman. Der Sultan hat heute seine Sommerresidenz in Salalah, die kann man allerdings nur von außen bewundern. Das Grab des Propheten Nabi Amran kann man dagegen auch von innen sehen und wenn man Zeit hat sind die Tropischen Gärten ein gutes Ziel.

