Bangalore
Die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka ist mit fast 14 Millionen Einwohner immerhin die viertgrößte Stadt Indiens. Heute heißt sie Bengaluru, die meisten Ortsnamen aus der Kolonialzeit wurden mittlerweile ausgetauscht. Die Wurzeln der Stadt gehen zurück in das 16.Jahrhundert. Kempegowda, ein lokaler Herrscher hat sie gegründet und nach dem Ort benannt von dem seine Mutter und auch seine Ehefrau abstammten. In britischer Kolonialzeit wurde Bangalore ein Handelszentrum, später, nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) wird die Stadt zu einem Zentrum für Wissenschaft und Technologie, heute ist Bengaluru Standort für globale Technologieriesen wie Microsoft, Google und Amazon.

Zu sehen gibt es in Bangalore einiges, auch wenn es nicht besonders alt ist, denn 488 Jahre sind für eine indische Stadt kein Alter. 1537 baut der Stammesführer Kempe Gowda I, ein Vasall der Vijaya-Nagara-Könige, eine Festung aus Lehm und nennt den Ort Bengaluru. Erst Haidar Ali, der große Gegenspieler der britischen Ostindien Company, errichtet im 18.Jahrhundert eine Stadt aus Stein, davon ist nur das Delhi Tor und der Lal Bagh, der botanische Garten, erhalten. Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt entstehen erst unter den Briten. Dazu zählen das Vidhana Soudha (Parlament), der Kanataka High Court und natürlich der im Tudor Stil gebaute Palast von Bangalore, der 1887 im Auftrag der Wadiyars gebaut wird.
Mysore
Mysore, auf 770m Höhe im südlichen Hochland vom Dekkan ist anders als das etwa 125 km südwestlich gelegene Bangalore. Es ist mit 1,3 Millionen Einwohnern eine übersichtliche Stadt mit breiten, von Bäumen gesäumten Straßen, Parks und Palästen und es ist entspannter und altmodischer als Bengaluru. Mysore verdient gut am Tourismus, es ist eines der wichtigsten touristischen Zentren Karnatakas. Die Dynastien der Ganga, Chola und Hoysala haben hier Tempel errichtet, geblieben ist davon nichts. Ab 1399 herrschte hier, die ursprünglich von der Halbinsel Kathiawar stammende, hinduistische Dynastie der Wodeyar. Ihr Territorium war dem Vijayanagar-Reich tributpflichtig. Nach dessen Zusammenbruch im Jahre 1565 wurde Mysore Hauptstadt des gleichnamigen, unabhängigen Königreiches.



Zu sehen gibt es in Mysore viel – Die Hauptattraktion ist der Maharadscha Palast (Amba Vilas). Dieser indische Märchenpalast im indo-sarazenischen Stil wurde Anfang dieses Jahrhunderts von dem englischen Architekten Irwin errichtet. Die Fürstenfamilie der Wodeyars bewohnt immer noch einen Teil des weitläufigen Palastes. Der repräsentative Teil des Prunkbaus ist zur Besichtigung freigegeben und beeindruckt täglich Tausende von Touristen. Sie bewundern die farbigen Glasfenster, die kunstvoll gearbeiteten Säulen und mit Gold und Spiegeln ornamentierten Wände. Sehenswert ist auch das Fries am Weg zum Kalyana Mandapa (Hochzeitssaal), es zeigt das Dussehra-Fest im Jahr 1930. Jeden Sonntagabend von 19 bis 20 Uhr wird die Palastfassade von über 80.000 Glühbirnen in helles Licht getaucht.



Die Familie Wadiyar
Diese Familie gehört zur hinduistischen Aristokratie in Indien. Sie saß vom Ende des 14. Jahrhunderts bis zum Jahr 1950 am Thron des indischen Königreiches Mysore. Die Wadiyar behaupten von Krishna abzustammen, ihre Urahnen sollen ursprünglich aus der mythologischen Stadt Dvaraka kommen, die in den Puranas beschrieben wird. Indische Historiker verorten ihre Vorfahren allerdings eher in der Mond-Dynastie und sagen, sie seien von Gujarat in das Reich Vijayanagar eingewandert. Hier nahmen sie den Titel ‚Wodeyar‘ an, was in Kannada soviel wie „Herr“ bedeutet. Als Maharajas von Mysore waren sie zu Beginn Berater und Heerführer des Reiches von Vijayanagar. Im 16.Jahrhundert zerfällt das Reich aber die unabhängige Herrschaft der Wadiyar währt nur kurz, im 18.Jahrhundert werden sie von Haidar Ali und Tipu Sultan „kaltgestellt“. 1799 geben die Briten der Familie ihre Macht zurück. Heute zählen die Wadiyar zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Familien Indiens. Ihr Vermögen wird auf über 1 Milliarde US Dollar geschätzt. An der Politik haben sie angeblich kein Interesse.



