Die Oase Birkat al Mauz kann man mit Bananenteich übersetzen und der Jebal Akhdar ist der Grüne Berg, was sich aber nicht auf sein Gestein bezieht sondern auf die Fruchtbarkeit dieser Region. Der Jebal Akhdar ist ein Kalksteinmassiv, das hoch genug ist, dass die Wolken hier abregnen und Kalkstein speichert das Wasser sehr gut. Streng genommen ist der Jebal Akhdar ein Teil des Hajar-Gebirges und zwar ein sehr fruchtbarer Teil. Auf Terrassenfeldern wachsen Granatäpfel, Marillen, Pfirsiche, Mandeln, Walnüsse, Weintrauben und Rosen.

Birkat al Mauz, der See der Bananen ist eine riesige Oase aus Palmen und Bananenstauden. Die Bewässerung erfolgt seit Jahrhunderten durch die 36 Kilometer lange Falaj Khatmayn, die das Wasser aus den Bergen in die Oase bringt. Das Wasser ist rein und klar, denn es verläuft bis kurz vor dem Ort unterirdisch. Hinter der Festung von Birkat al Mauz sieht man die Stelle wo es zu Tage tritt. Wer noch keine Wasserleitung hat, holt sich hier das Wasser. Die Festung Bait-al-Rudaidah und die fünf Wachtürme dominieren das Ortsbild.
Die Festung war im Jebal Akhdar Aufstand in den 1950er Jahren strategisch bedeutend. Durch ihre Lage am Eingang zum Wadi Muaydin, einem wichtigen Zugang zum Jebal Akhdar, war sie ein wichtiger Rückzugsort der Truppen des Imam. 1988 wurde das Fort renoviert. Gebaut wurde Bait al-Rudaidah von Imam Sultan bin Saif I. (Erbauer der Festung von Nizwa) um 1650 herum. Zu Beginn war es nicht mehr als ein einstöckiges Lagerhaus, die obere Etage wurde erst im 18.Jahrhundert angebaut und die Lagerhalle wurde zu einer luxuriösen Wohnburg umfunktioniert.

Der Jebal Akhdar
Wer die Natur mag, Berge liebt und gerne wandert ist vom Jebal Akhdar begeistert. Mittlerweile wurden sogar offizielle Wanderwege angelegt, der bekannteste ist der sogenannte „Dorfweg“. Er verbindet die Dörfer Al Ayn und Ash Shirayjah und führt durch terrassenförmig angelegte Felder. Es ist eine einfache Wanderung, die mindestens eine, maximal zwei Stunden dauert. Wer es gemütlich mag kann zum Diana’s Point fahren. Dieser Aussichtspunkt ist nach Lady Di benannt, die ihn 1986 besucht haben soll.
Dieses grüne Bergparadies war lange isoliert, der Jebal Akhdar war nur zu Fuß oder mit dem Esel erreichbar. Dann baute das Militär eine Piste, die anfangs nur mit Genehmigung befahrbar war. Seit 2005 gibt es eine Asphaltstraße, die zwar noch immer vom Militär kontrolliert wird aber eigentlich immer befahren werden darf. Die Strecke auf das Saiq-Plateau beginnt bei Birkat al Mauz und endet nach etwa 40 Kilometer beim Ort Saiq, der dem Plateau seinen Namen gegeben hat.


Im Jebal Akhdar unterwegs
Der Innere Oman – Al-Dakhiliyah ist seit 2011 verwaltungstechnisch ein Gouvernement und hat auf 31.900Km² etwa 479.000 Einwohner, das ist dünn besiedelt (15EW/Km²). Es umfasst neun Provinzen: Nizwa, Samail, Bahla, Adam, Al-Hamra, Manah, Izki, Gebot und Jebal Akhdar. Es ist die Region des westlichen Hajar-Gebirges. Dieses Gebiet war in den früheren Jahrhunderten immer das geistig-religiöse Zentrum, von hier aus wurde das Land direkt oder indirekt durch die verschiedenen Imame regiert.
Die Region war von Beginn des 20.Jahrhunderts bis 1959 ein eigenständiges Imamat und das Kerngebiet des Aufstandes gegen den Sultan und die Briten. Inzwischen durchqueren fünf asphaltierte Straßen den zuvor nur schwer zugänglichen Hajar. Die Wadis Suma’il und Halfayn bilden die Grenze des östlichen Hajar (Hajar al-Sharqi) und des westlichen Hajar (Hajar al-Gharbi), denn sie „zerschneiden das Gebirge in seiner gesamten Breite. Diese Täler waren in den letzten Jahrhunderten eine wichtige Durchgangspforte von der Küste in das Landesinnere.

