Cochin, heute Kochi, ist eine Hafenstadt an der Malabarküste am Arabischen Meer im Bundesstaat Kerala. Der Name bezeichnet mehrere Inseln und Städte, wie Ernakulam, Mattancheri, Fort Cochin, Willingdon Island, Vypin Island und Gundu Island. Die städtische Gemeinde umfasst die Ortschaften Trikkakara, Eloor, Kalamassery und Trippunithura. Kochi war ursprünglich ein unbedeutendes Fischerdorf, bis es im 14. Jahrhundert vom Festland getrennt wurde. So entstand einer der sichersten Häfen Südindiens. Als die Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts die südwestliche Küste Indiens erreichten, gründete der portugiesische Seefahrer Pedro Alvares Cabral um 500 die erste europäische Siedlung auf indischem Boden in Kochi. Vasco da Gama, der Entdecker der Seeroute nach Indien (1498), errichtete hier 1502 eine erste portugiesische Handelsstation. Der portugiesische Vizekönig Afonso der Albuquerque baute 1503 die erste europäische Festung Indiens. Die Stadt blieb portugiesischer Besitz, bis sie 1663 von den Niederländern erobert wurde.



Unter niederländischer Herrschaft (1663–1795) erlebte Kochi seinen Blütezeit. Von hier wurde Pfeffer, Kardamom und andere Gewürze sowie Kokosfaser und Kopra verschifft. Alle, die Hindus, die die Mehrheit stellten, aber auch die muslimischen, syrisch-christlichen und jüdischen Minderheiten, hatten Anteil am Wohlstand. Dann kamen die Engländer, die britische Herrschaft über Kochi dauerte von 1795 bis 1947. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein moderner Hafen mit Trockendocks und Reparaturwerften errichtet, und Willingdon Island, das Fort Cochin mit Ernakulam durch eine Eisenbahnbrücke und Straße verbindet, wurde aufgeschüttet. Nach der Unabhängigkeit Indiens wurde Kochi zur wichtigsten Marineschule Indiens.

Cochin hat einiges zu bieten. In Fort Cochin befindet sich die St. Francis Church, die 1510 von den Portugiesen erbaut wurde und als erste europäische Kirche auf indischem Boden gilt. Eine Zeit lang war sie die Grabstätte von Vasco da Gama aber dann hat man seine sterblichen Überreste nach Portugal überführt. Weitere Kirchen sowie hinduistische Tempel, Moscheen und die historische Synagoge von Mattancheri (1568) sind ebenfalls sehenswert. Die jüdische Gemeinde in ist/war die älteste Indiens, die Juden lebten ab dem 4.Jahrhundert in Kochi. Heute gibt es keine jüdische Gemeinde mehr. Fast alle Juden sind im 20.Jahrhundert nach Israel ausgewandert. Die chinesischen Fischernetze bei der Festung Kotti sind eine einzigartige Touristenattraktion. Diese riesigen Hebenetze, die am Ufer installiert sind, wurden im 14. Jahrhundert von chinesischen Händlern eingeführt. Sie funktionieren mit einem ausgeklügelten Gegengewichtssystem, ähnlich der Daubel in Österreich.



