Die Backwaters

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Die Backwaters sind ein verzweigtes Wasserstraßennetz im Hinterland der Malabarküste in Kerala. Sie erstrecken sich von Kochi (Cochin) im Norden bis Kollam im Süden auf einer Fläche von insgesamt etwa 1900 km². Zu den Backwaters gehören 5 große Seen und Lagunen, etwa 38 Flüsse und etwa 1.500 Kilometer Kanäle, die als Wasserstraßen dienen. Der größte See im Einzugsbereich der Backwaters ist der 83 Kilometer lange, zum Arabischen Meer hin geöffnete Vembanadsee. Die beste Art diese faszinierende Landschaft kennen zu lernen ist eine Fahrt mit dem Kettuvallam (Hausboot).

Die Begegnung von Salz-und Süßwasser ließ die Backwaters entstehen. Die Wellen des Arabischen Meeres treffen hier auf die Flüsse, die aus den Westghats Richtung Meer fließen. Dort wo sich das Wasser trifft, an den Flussmündungen, entstanden kleine Inseln. So entwickelte sich mit der Zeit ein komplexes Brackwassersystem an der Malabarküste. Es ist ein kompliziertes und empfindliches Ökosystem mit einer dichten Vegetation aus Palmen, Sträuchern und Büschen, die entlang der Ufer wachsen. Im Wasser sind Fische, Frösche und Schildkröten zu Hause, Krabben und Garnelen werden meist gezüchtet. Vögel gibt es viele, den Kormoran sieht man häufig, den Eisvogel muss man suchen um mit den Adlern muss man Glück haben. Am Vembanad See gibt es mittlerweile ein Vogelschutzgebiet, das Kumarakom Bird Sanctuary, als Rastplatz für die Zugvögel.

Die Landgewinnung für den Reisanbau lässt die Backwaters schrumpfen und das Wasser ist nicht so sauber wie es sein sollte, mittlerweile ist diese Landschaft dicht besiedelt und wird landwirtschaftlich genutzt. Früher waren vor allem die Wasserwege wichtig. Auf ihnen hat man sämtliche Waren transportiert (Reis, Obst, Gemüse, Kokosnüsse, Gewürze, Latex). Auch die Gewürze aus den Westghats hat man auf Booten über diese Kanäle nach Kochi verschifft, von dort traten sie dann ihre Reise nach Arabien und später nach Europa an. Schwarzer Pfeffer, Ingwer, Koriander, Kurkuma, Kardamom, Anis, Nelken, Muskat und Chilis wurden in getrockneter, aber nicht gemahlener Form transportiert, um ihre Frische zu bewahren. Das wichtigste Transportmittel für diese Waren waren die Kettuvallam.

Die Kettuvallam sind traditionelle Boote, die aus Holz gebaut und mit Seilen aus Kokosnussfasern zusammengebunden werden. Ursprünglich hat man nie Metalteile, wie Schrauben oder Nägel, verwendet. Auf Malayalam bedeutet Kettuvallam so viel wie „genähtes Boot“. Traditionell wurden die Boote mit Cashew-und Fischöl eingelassen um sie wasserdicht zu machen. Heute werden diese traditionellen Methoden des Bootsbau selten angewandt aber die Form hat sich erhalten. Die meisten Touristenboote sind moderne Kettuvallams. Diese Hausboote mit ihren Palmblattdächern sind heute eines der berühmtesten Postkartenmotive Keralas.

Kerala hat 34 verschiedene Backwatersysteme, 27 sind in der Nähe der Küste und damit am Arabischen Meer, 7 davon liegen im Landesinneren. Kuttanad ist die größte dieser Regionen und auch die touristisch am besten erschlossene. Sie umfasst die Distrikte Alleppey (Alappuzha) und Kottayam. Vier große Flüsse durchziehen Kuttanad, daher wird hier viel Landwirtschaft betrieben. Teilweise liegen die Landflächen unter dem Meeresspiegel, deswegen gibt es viele Deiche. Hier ist der „Reisball“ von Kerala. Der Vembanad See öffnet sich zum Arabischen Meer, daher hat man den Thannermukkom Damm gebaut, er soll das Salzwasser abhalten. Alleppey ist das Eingangstor, Kottayam und Kumarakom sind ebenfalls Ausgangspunkte für eine Fahrt durch die Backwaters.

Das Vogelschutzgebiet Kumarakom liegt am Ostufer des Sees. Hier wird das Schlangenbootrennen abgehalten, das Chundan Vallam. Der Endpunkt der Regatta ist Alleppey. Die zweite Region ist rund um Kollam, der Hauptstadt der Cashewnüsse und liegt am Ashtamudi See, der aus der Vogelperspektive wie ein Oktopus aussieht. Der See hat 15 Inseln und ist der zweitgrößte Keralas. Rund um die Munroe Insel trifft man viele Hausboote. Es ist eine gute Gegend um das Leben und Treiben am Wasser und in den Dörfern zu sehen.

Die dritte Region ist Thiruvananthapuram, sie wird selten angefahren. Hier befindet sich der Vellaani See und ausgedehnte Sumpfgebiete. Bei den einheimischen Touristen ist dieses Gebiet durchaus beliebt, vor allem die Gegend um Thiruvallam . Weiter südlich befinden sich dann die Mangrovenwälder von Poovar. Im kleinen Badeort Chowara gibt es Hotels die Ayurveda Behandlungen anbieten. Auch Kasargod ist eher unbekannt, die Backwaters von Valiyaparamba sind eher indischen Touristen bekannt.

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