Kumbakonam

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Kumbakonam liegt im Kaveri-Delta im Distrikt Thanjavur. Mit 140.000 ist die Stadt für indische Verhältnisse nicht besonders groß. Aber alle 12 Jahre treffen sich hier ganz viele, Millionen, Menschen zum Mahamaham Fest. Pilger gibt es in Kumbakonam rund ums Jahr, denn die Stadt gilt als „heilig“. Die Region des Kaveri-Deltas, zu der Kumbakonam gehört, ist das historische Kernland der Chola-Dynastie. Als die Cholas im 13.Jahrhundert verschwanden kam Kumbakonam unter die Herrschaft des Vijayanagar Reiches. Ab 1535 waren die Nayaks von Thanjavur, dann ab 1674 die, ebenfalls in Thanjavur residierenden, Marathen Könige die Herren der Pilgerstadt.

Gopuram in Kumbakonam

Kumbakonam ist eine wichtige Tempelstadt, hier soll der Topf (Kumbha) der Götter mit dem Trank der Unsterblichkeit (Amrita) aus Versehen gelandet sein. Shiva hat den Topf in Stücke geschossen und aus den Scherben ein Linga geformt, das heute im Zentrum des Kumbareshwara-Tempels steht. Der Inhalt des Topfes war nicht für die Menschen bestimmt. Allerdings, als Shiva den Topf zerschoss, soll der Trank dort im Boden versickert sein, wo sich heute der Tempelteich des Kumbareshwara Tempels befindet. Hier findet alle 12 Jahre das Mahamaham Fest im Monat Masi (Februar/März) statt. 2028 ist es wieder soweit.

Am Tag des Mahamaham Festes kommen zahllose Pilger nach Kumbakonam um ein rituelles Bad zu nehmen, denn angeblich ist am Festtag Gangeswasser im Tempelteich. 2016 waren 4,4 Millionen Pilger beim Mahamaham Fest in Kumbakonam. Eine kleinere Version des Festes findet jährlich statt. Der Ort wird aber rund ums Jahr von vielen Pilgern besucht, 2011 hatte Kumbakonam etwas mehr als 5 Millionen Besucher.

Ramaswami Tempel

Eine Legende besagt, dass alle 12 Jahre, im Monat Masi, wenn der Guru (Jupiter) den Simha (Löwen) kreuzt, der Ganges und andere Flüsse durch einen geheimnisvollen unterirdischen Gang in den Mahamakham Tank fließen. Das ist das große Wasserbecken im Zentrum der Stadt mit Ghats und 16 Mandapas umgeben. Nach dieser Legende treffen sich hier alle 12 Jahre die neun Flüsse: Ganga, Yamuna, Narbada, Sarasvati, Sarayu, Godvari, Sindu, Vegavati und Kaveri und bitten Shiva darum, dass er sie reinigt.

Wegen seiner großen religiösen Bedeutung besitzt Kumbakonam viele Tempel, die zum größten Teil auf die Chola Zeit zurückgehen. Angeblich sollen sich innerhalb der Stadtgrenzen 188 Tempel befinden. Der Haupttempel der Stadt ist der Shiva geweihte Kumbeshwara Tempel. Gegründet wurde er vermutlich bereits im 7./8.Jahrhundert, seine heutige Form geht allerdings „mur“ auf das 12.Jahrhundert zurück. Er gehört zu den 274 heiligen Orten des tamilischen Shivaismus, wie auch der Kashi-Vishwanatha und der Nageshwara Tempel. Der wichtigste Vishnu Tempel ist der im 13.Jahrhundert erbaute Sarangapani Tempel mit dem 53 Meter hohen Gopuram, er gehört zu den 108 heiligen Orten des tamilischen Vishnuismus.

Sarangapani Tempel

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